Digitalisierung und Smart Mobility

Ein Beitrag von Barbara Flügge

Von Schlagwörtern zur intelligenten Nutzung von Innovationen

Die Smart Cities Expo in Barcelona steht vor der Tür. Wie gelingt die bedarfsgerechte und nachhaltige Transformation? Eine erfrischend offene und klare Diskussion fand am 8.11.2018 auf dem NRW Kommunalkongress statt. Zentrales Thema war die Bedeutung der Digitalisierung für den Klimaschutz.

Werden kommunale Geschäftspartner oft als engstirnig und langsam bezeichnet, hätte sich für jeden, der sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt, eine Teilnahme an dem Kongress mehr als gelohnt. So wurden in unterschiedlichen Beiträgen je nach Flughöhe ministerial und kommunal, betriebswirtschaftlich, innovationsgetrieben, technologisch und öko-systemisch über den Digitalen Fortschritt diskutiert.

Nachhaltigkeit betrifft uns alle

Verstehen wir doch die Nachhaltigkeitsziele nicht nur fordernd, sondern fördernd. So liessen sich durch kommunale Kollaborationen etwaige Konflikte von vornherein lösen und eine Abkehr von Einzelinteressen entgegenwirken. Denn mit einem auf 1.2 Billionen Euro geschätzten Wachstumsmarkt gemäss BDI Studie liessen sich Potentiale umsetzen, um städtischen und ländlichen Gemeinschaften eine allen zugängliche Mobilität, Gesundheitsversorgung, Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation vor Ort und digital zu ermöglichen! Der Anspruch mit den UN SDGs eine Modernisierung unserer Lebensräume zu erzielen, macht damit vor brachliegenden und vernachlässigten Standorten nicht halt.

Smart Mobility

Die Durchsetzungsfähigkeit des Rechts auf Mobilität, die Forderung nach emissionsfreien und autarken Lebensräumen sowie die Pflege und Erhalt von Naturreservaten fordern uns: nicht Technologie schafft den Fortschritt, sondern unsere Phantasie Technologie nach unseren Bedarfen und denen unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern bestmöglich einzusetzen. Damit einhergehend schliesst sich eine Verbraucher- bzw. Kundenorientierte Bewertung digitaler Mittel an. Die skizzierte Vorgehensweise leistet ihren Beitrag, um Vorhaben auf den Gebieten von Smart City und Smart Mobility jenseits von Feldtests und Pilotierungen zu skalieren. Kommunen haben die Stärke, ihre Bedarfe als Aufgabenstellung für innovative Unternehmen zu formulieren und diese Unternehmen vor Ort anzusiedeln!

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https://www.digitizingecosystems.com/shop/55-persona-setcards-standard-deutsch

https://www.energieagentur.nrw/klimaschutz/kommunalkongress_nrw_2018

https://www.silicon-alps.at/en/veranstaltungen/60-digitaldialog-autonomes-fahren/

http://www.smartcityexpo.com/

„Digitalisierung gehorcht anderen Regeln“

Inwieweit diese Aussage Befürworter findet oder Kritiker ist eine Frage des Kontext, in dem wir uns dieser Aufgabe stellen. In den Foren 3 und 6 befassten wir uns gestern mit der Frage nach der intelligenten Nutzung von Innovationen. Dabei stehen sich zwei Interessen gegenüber: gehen wir bedarfsgerecht oder technologie-getrieben in unseren Projekten und Initiativen vor? Nutzen wir Bedarfsanalysen und Wirkungsanalysen oder geht es um die Erprobung von Technologien um der Technologie willen? Beide Interessenspunkte haben ihre Berechtigung. So projiziert die Megafon Studie uns ins Jahr 20xx und beschäftigt sich mit der Frage nach der ökonomischen und ökologischen Einsatzfähigkeit autonomer Fahrzeuge nach. Werden ÖPNV noch benötigt oder lösen autonome Fahrzellen und andere Formen autonomer Verkehrsmittel den Stadtbus ab? Wird Car-Sharing obsolet?

Teils kontrovers, teils zustimmend und abwartend – jedoch immer bereichernd und offen – so referierten und diskutierten Expertinnen und Experten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichsten Herkünften. So etwa zeigt sich die Nutzung technologischer und digitaler Mittel in der Erstellung des Solarkatasters #Solarkataster und fortschreibend in den sich daraus ergebenden Dienstleistungsbedarfen.

Mal die Perspektive wechseln

Erfrischend realistisch und nachhaltig zeigte sich der Panelbeitrag von Frau Arens: digital nachhaltig und authentisch – eine gute Beschreibung des Vorgehens der KollegInnen aus Südwestfalen! Eine gelungene Mischung aus Vorträgen, Diskussionen und Pitches fand in den Foren 3 und 6 statt. Durch die Beiträge führten Marcus Voelker MWIDE (Forum 3) und Dagmar Grote Westrick MWIDE (Forum 6). Mit den barbara flügge Persona Setcards erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance auf einen kreativen Break, um Bedarfe und Merkmale zu erfassen und diejenigen zu inspirieren, die Lösungen und Angebote für das digitale Zeitalter gestalten.

Am 60. DIGITALDIALOG in Graz vor gut zwei Wochen zeigten wir, dass Intermodalität und Autonomes Fahren kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: das Fortkommen im ländlichen Raum wird aus wirtschaftlichen Gründen sowie dem Anspruch der Daseinsvorsorge durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge Rechnung getragen werden. Auch dort, wo viele unterschiedliche Mittel noch zur Wahl stehen, bleibt es dem Verbraucher hoffentlich auch in Zukunft überlassen, nach seinem bzw. ihrem Parametern aus „Budget – Komfort – Zeit“ die für ihn bzw. sie optimale intermodale Kette zu wählen. Autonome Fahrzeuge finden darin ebenso ihren Platz wie Car-Sharing oder der Stadtbus. Die Wahlfreiheit für uns Bürgerinnen und Bürger ist Auftrag wie Chance der öffentlichen Hand, Mobilitätsmanagement ganzheitlich, service- und erlebnisorientiert anbietbar und konsumierbar zu machen. Ein ganzheitliches Mobilitätsmanagement schafft kreative Räume und Platz für innovative Dienstleistungen und Rollenmodelle.

Wertschöpfend Beraten

Wie gehen wir als Beratungsunternehmen mit der Frage nach Umsetzungsfähigkeit und Finanzierbarkeit digitaler Vorhaben um? In unserem Beratungs- und Seminarprogrammen beispielsweise für die „intelligente Kommune – intelligente Region“ nutzen wir Persona Profiling. Dabei werden auf Basis vorfomatierter Merkmale Zielgruppen erarbeitet, verglichen, in Kontext gestellt und mittels einer von uns entwickelten Methode in Servicebedarfe überführt. Darauf aufbauend finden KPI Untersuchungen und Geschäftmodellierungen statt. Ein Ergebnis ist zum Beispiel die Identifizierung von Opportunitätskosten durch den Einsatz neuer Medien und neue Finanzierungsquellen. Ein weiterer Aspekt ist der richtige und gewollte Umgang mit Fördermitteln. Dabei kommen somit kommunalen, regionalen und kantonalen Geschäftspartnern unsere Erfahrungen in der Akquise und Durchführung nationaler wie EU geförderter Forschungs- und Innovationsvorhaben zu gute.

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